ZOLLi FüR ALLi

Menschen mit wenig Geld sollen an der Gemeinschaft teilhaben können.

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Teillösung

Kleiner Teil einer möglichen Lösung sein. Armut wird unterschätzt, weil sie heute weniger öffentlich & visuell zu Tage tritt.

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Erlebnis

Ein tolles Erlebnis ermöglichen, für die, die es sich nicht leisten können.

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Sensibilisierung

Sensibilisierung für das Thema Armut in der Schweiz und deren Folgen auf das Gesundheits- und Wertesystem.

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Solidarität

Solidarität, dass in einem der reichsten Länder der Welt die Schwächsten von der Gesellschaft mitgetragen werden.

So kommst du zu deinem Ticket

Das Zollitag-Ticket wird von uns an den Eingängen des Zoos verteilt.
Auf dem Ticket sind einige Fragen abgedruckt, welche jede Person für sich selbst beantworten soll. Anhand dieser Antworten kannst du dann selbst entscheiden, ob du dich von uns in den Zoo einladen lassen möchtest oder den Eintritt selbst bezahlst. An der Kasse kannst du dann das entsprechende Ticket vorweisen.
Das Ticket berechtigt ALLE Zoobesucher zum Bezug von Verpflegung an unseren Ständen.

Auch für die Verpflegung wird gesorgt

Zu deinem Gratis-Eintritt erhältst du an unseren Verpflegungsständen, je nach Tageszeit, Pommes frites & Grillwaren oder etwas Süsses für zwischendurch.
Allen Besucherinnen und Besuchern bieten wir zudem ein Kaltgetränk an.

Kaufen lässt sich an unseren Ständen nichts. Damit alle genug Essen bekommen, stempeln wir dein Ticket an unseren Ständen aber ab.

Deine Gesundheit ist uns wichtig

Bezüglich der Corona-Schutzmassnahmen gelten die Regeln des Bundes, des Kantons Basel-Stadt und des Zoo Basel. Bitte halte dich doch daran, sodass dieser Tag auch in gesundheitlicher Hinsicht in bester Erinnerung bleibt!
Solltest du eine Maske benötigen werden wir dir diese in den Eingangsbereichen ebenfalls kostenlos abgeben.

Die Schweizer Armut

Das Bundesamt für Statistik legte 2017 die Armutsgrenze bei einem Einkommen von 2'259 Franken pro Monat für eine Einzelperson und bei 3'990 Franken pro Monat für eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern fest. Ein Budgetplan mit diesem Einkommen lässt praktisch keinen Raum für Ausgaben in den Bereichen Weiterbildung, Vorsorge, Sparen, Auto, Ferien oder Freizeit. Menschen, die in Armut leben, sind deshalb in ihrer Freizeitgestaltung und bei ihrer Teilnahme am sozialen Leben stark eingeschränkt.

In der Schweiz lebten 2017 rund 675'000 Menschen unter der definierten Armutsgrenze und weitere 570'000 Menschen waren von Armut bedroht. Dies entspricht etwa der 3.5- bzw. 3-fachen Bevölkerungszahl der Stadt Basel. Relativ zur gesamten Schweizer Bevölkerung sind also 8.2 % der Menschen in unserem Land von Armut direkt betroffen. Zwischen 2014 und 2017 ist diese Quote um rund 20 % angestiegen. Von den 675'000 Personen, die 2017 unter der Armutsgrenze lebten, bezogen etwa 262'000 Personen Sozialhilfe vom Staat. Laut Sozialbericht des Bundes haben die staatlichen Unterstützungsleistungen wesentlich dazu beitragen, die Armut zu reduzieren. Ohne diese Zuschüsse wäre die Armutsquote in der Schweiz mehr als doppelt so hoch.

Wenn man die Statistiken genauer anschaut und auf die Einflussfaktoren achtet, fällt auf, dass besonders ältere Leute über 65 Jahren von Armut betroffen sind. Bei dieser Bevölkerungsgruppe ist die Armutsquote mit über 15 % fast doppelt so hoch wie in der restlichen Bevölkerung. Eine ähnlich hohe Armutsquote wurde bei Migrantinnen und Migranten aus dem aussereuropäischen Raum festgestellt. Ebenfalls besonders betroffen sind Menschen, die lediglich die obligatorische Schule besucht haben mit einer Quote von 12 % und Arbeitslose mit einer Quote von 15 – 20 %. Weiter fallen ausserdem Einzelpersonen (13 – 25 %) und Einelternhaushalte (10 – 15 %) speziell auf.

Mit einer Quote von etwa 10 % leiden auch über 70'000 Kinder – und damit die Schwächsten in der Gesellschaft – unter Armut. «Häufig gibt es bei armutsbetroffenen Kindern in der Schweiz eine viel höhere Krankheitsquote. Die Kindheit, die von Armut betroffen wird, ist ganz besonderen verschiedenen Risiken ausgesetzt», sagt der emeritierte Professor Franz Schultheis der Universität St. Gallen. Den Betroffenen fehlen oft auch die Mittel, um am kulturellen und sozialen Leben teilzunehmen – zum Beispiel Freunde zum Essen einzuladen. Dies ist laut Schultheis eine Form der Armut, die zur sozialen Ausgrenzung führt.

An diesem Punkt möchten wir mit unserem Projekt ansetzen. Unser primäres Ziel ist es, dass auch Menschen mit wenig Geld am sozialen Leben teilnehmen können und sich nicht aufgrund ihres Budgets ausgegrenzt fühlen. Die Armut in der Schweiz wird häufig unterschätzt, da sie weniger öffentlich und sichtbar zu Tage tritt. «Leute mit wenig Geld sind sozial benachteiligt und von ärmlichen Verhältnissen betroffen, auch wenn sie ein Dach über dem Kopf und einigermassen genug zu essen haben», sagt der emeritierte Soziologieprofessor der Universität Basel Ueli Mäder. Laut Mäder leiden von Armut betroffene Personen oft unter Stress und an dem Gefühl, weniger Wert zu sein: «Da kann schon eine Schulreise zum Problem werden; wegen den Kosten und dem Vergleich mit anderen.» Oft kommt es dann auch vor, dass Armut tabuisiert wird und sich Betroffene selbst die Schuld geben für ein Problem, das gesellschaftlich mitverursacht ist. Die meisten von Armut betroffenen Menschen sind erwerbstätig. Sie arbeiten viel, verdienen aber trotzdem nur sehr wenig (Working poor).

Mit dem Zollitag möchten wir einen kleinen Beitrag leisten, dass Menschen mit einem geringen Einkommen an einem für sie nicht alltäglichen Erlebnis teilnehmen können. Wir möchten ausserdem für das Thema Armut in der Schweiz sensibilisieren und auf die Auswirkungen auf das Gesundheits- und Wertesystem aufmerksam machen.

Der Zollitag soll eine Solidarität vorleben, in der in einem der reichsten Länder der Welt die Schwächsten von der Gesellschaft mitgetragen werden.

Ob man sich den Zollieintritt leisten kann oder nicht, kann jede und jeder für sich entscheiden. Wir möchten aber alle, die finanziell herausgefordert sind, dazu ermutigen, diese Einladung anzunehmen und das Angebot ohne falsche Scham zu nutzen.

Wir wünschen allen Besucherinnen und Besuchern sowie allen Mitwirkenden einen unvergesslichen Tag im Zoo Basel.

Quelle Statistik: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/wirtschaftliche-soziale-situation-bevoelkerung/soziale-situation-wohlbefinden-und-armut/armut-und-materielle-entbehrungen/armut.html 

Zitat Quelle Professor Franz Schultheis: https://www.srf.ch/news/schweiz/armutsquote-stark-gestiegen-jede-zwoelfte-person-in-der-schweiz-ist-arm

1’245’000

Zollitag Basel Person

Menschen in der Schweiz sind von Armut betroffen oder bedroht.

Zollitag Basel Statistik

+20%

Von 2014 bis 2017 ist die Armut in der Schweiz um 20 Prozent gestiegen.

Sozialpartner

Armut lässt sich nicht an einem einzigen Tag besiegen. Unsere Sozialpartner setzen sich deshalb täglich für das Wohl von Armutsbetroffenen ein, um einen nachhaltigen Beitrag für eine Welt ohne Armut zu leisten. Weitere Informationen über die Tägigkeiten einzelner Organsation finden Sie auf Ihrer Homepage.

«Schön, dass es den Zollitag gibt. Am 21. August 2021 werden dank den Initianten viele Kinderaugen strahlen. Das ist unbezahlbar.»
Kariem Hussein
Hürdenläufer, diverse Schweizermeister-Titel, EM-Gold 2014, EM-Bronze 2016 und WM-Finalteilnahme 2017